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RAHIMA (32)
„ARBEITSRECHTE SIND AUCH FÜR FRAUEN DA“

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Die rechtliche Situation in Bangladesch ist
nicht einmal schlecht: Es gibt eine Vielzahl
an Schutzmaßnahmen, das Land hat
sieben der acht ILO-Kernarbeitsnormen
ratifiziert, ebenso die drei wichtigsten
internationalen Menschenrechtsabkommen
mit arbeitsrechtlichen Bezügen. Auch wenn
es noch einige Schwachstellen gibt, liegt
das eigentliche Problem in der mangelnden
Durchsetzung. Hinzu kommt, dass die
Arbeiter*innen ihre Rechte oftmals nicht
kennen.

Rahima ist einer Gewerkschaft beigetreten, um Frauen über ihre Rechte aufzuklären
und auf Missstände aufmerksam zu machen. Zu viele Überstunden, verweigerte Boni,
kein Krankengeld oder Übergriffe von männlichen Vorgesetzten – all das sind Dinge,
gegen die sie sich auch nach einem langen Arbeitstag oder am Wochenende noch
einsetzt.

Für ihre beiden Töchter nimmt sie die zusätzliche Arbeit jedoch gerne in Kauf.
Sie will, dass die beiden unter besseren Bedingungen arbeiten und leben können.

Mit ihrer Arbeit geht Rahima ein nicht geringes Risiko ein. Arbeiter*innen, die sich
gewerkschaftlich organisieren, werden oftmals entlassen, unter Druck gesetzt und
sogar tätlich angegriffen. Deshalb ist auch nur ein kleiner Teil der Näherinnen gewerkschaftlich
organisiert.
Die Angst, die Arbeit zu verlieren, ist groß. Dennoch sind die Gewerkschaften
sehr aktiv, organisieren Sit-ins und Streiks. Sie sind allerdings auch in viele Gruppen
zersplittert, was ihre Schlagkraft schwächt.

Gewerkschafter*innen werden häufig schikaniert, inhaftiert und riskieren auch ihr
Leben. Immer wieder werden bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und streikenden
Textilarbeiter*innen Menschen getötet, Aktivist*innen gefoltert oder entführt.

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