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DALIYA (21)
„SCHLECHTE ARBEIT IST BESSER ALS GAR KEINE“

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Seit ungefähr fünf Jahren arbeitet
Dalyia in einer Bekleidungsfabrik.
Ihren dreijährigen Sohn muss sie bei
ihrem jüngeren Bruder lassen, weil es
keine andere Betreuungsmöglichkeit
gibt.

Wenn eine Lieferung fertig werden
muss, ist sie oft lange außer Haus und
muss zehn bis zwölf Stunden pro Tag
arbeiten.

Doch auch sonst ist der Druck groß:
Die Aufseher sorgen mit allen Mitteln
dafür, dass die Produktionsziele
erreicht werden. Nicht selten
werden Näherinnen deshalb
beschimpft oder gedemütigt. Durch die starke Hierarchie in den Produktionsstätten
erfahren viele Frauen wie Dalyia neben verbaler Gewalt durch Vorgesetzte auch
immer wieder physische Gewalt. Diese reicht von extensiven Leibesvisitationen bis
hin zu sexuellem Missbrauch.

Studien zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der weiblichen Beschäftigten in der
Bekleidungsindustrie Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt wird. Rund 75% der
Arbeiterinnen gaben an, am Arbeitsplatz belästigt worden zu sein. Sexualisierte Gewalt ist
dabei weitaus weniger gut dokumentiert, weil das Thema mit Scham besetzt ist, weitgehend
tabuisiert ist und Beschwerdemechanismen fehlen.
Eine Anlaufstelle gibt es auch für Dalyia
nicht. Doch auch wenn es sie gäbe, ist sie sich nicht sicher, ob sie sie nutzen würde. Schließlich
muss sie auch weiterhin für ihren Sohn sorgen können und will ihre Arbeit nicht verlieren.

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