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POLY (25)
„ICH TRÄUME DAVON, MIT MEINEN KINDERN ZUSAMMENZUWOHNEN“

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Poly war 12 Jahre alt, als sie verheiratet
wurde. Mittlerweile ist sie Mutter von
drei Kindern und Alleinverdienerin.

Monatlich schickt sie Geld in das Dorf, in
dem ihre Familie wohnt. Ihr Mann hat keine
Arbeit, kümmert sich aber auch nicht
um die Kinder, die bei den Großeltern untergekommen
sind.

Poly musste nach Dhaka ziehen, wo sie
als Näherin in einer der großen Bekleidungsfabriken
arbeitet. Mehr als ein
kleines Zimmer kann sie sich dort nicht
leisten. Die Küche und zwei Toiletten
teilt sie sich mit neun weiteren Familien.

In jeder ihrer drei Schwangerschaften hat
Poly die Fabrik freiwillig verlassen, um nach der Geburt zurückkommen zu können.
Mutterschutzleistungen hat sie nie bekommen oder beansprucht,
um ihre erneute Einstellung nicht zu gefährden.

Vielmehr musste sie durch die Unterbrechungen jedes Mal erneut mit dem Einstiegsgehalt
starten und auf Boni verzichten. Mit Verweis auf ihre fragile Gesundheit wurde ihr darüber
hinaus der volle Bruttolohn verwehrt. Obwohl der Mutterschutz auch in Bangladesch
gesetzlich verankert ist, profitieren nur wenige Arbeiterinnen von den zusätzlichen Leistungen.
Zu groß ist die Angst davor, den Job dauerhaft zu verlieren.

Um ihre Familie trotzdem versorgen zu können, sind für Poly Überstunden selbstverständlich.
Sie träumt davon, eines Tages wieder mit ihren Kindern zusammenwohnen zu können.

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